Literaturwissenschaft und Belletristik

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Hier erfahren Sie etwas über mich, meine Buch- und Einzelveröffentlichungen und können vorab meine noch nicht in Buchform vorliegenden Kurzgeschichten und Gedichte lesen.

Da die Lyrik eines meiner bevorzugten Gebiete ist, finden Sie hier zahlreiche Kostproben, die in moderne und überlieferte  Formen gekleidet sind.  Überlieferte Formen wende ich vorrangig bei meinen Kalendergedichten an, da ich finde, dass sie dieser Richtung besonders zuträglich sind. Aber sie passen, so finde ich, auch zu zeitkritischen Gedichten wie dem folgenden, das ich aus aktuellem Anlass, dem Mauerfall vor 30 Jahren, hier auf die Begrüßungsseite gestellt habe.

Berlin 1961: Herbstgespräch über den Mauerbau

Hin war der Sommer im Preußenland,
Sonne hing lustlos am Wolkenrand,
schwächlich entließ sie ihr Strahlenband.
"Sommertags", sprach sie, war diese Welt
golden verzaubert und gut bestellt
auch durch mich."

"Sommertags", sprach ich, "traf weit und breit
mitten hinein in die Herrlichkeit
teuflisch vertreten die Höllenzeit,
sommertags war uns're Zauberwelt
nur eine Täuschung am Himmelszelt
auch für dich."


"Golden war früher des Herbstes Band,
heute weht's traurig und blass durchs Land",
klagte die Sonne, "zu meiner Schand'
zog ich im Sommer wie stets dahin,
strahlte von oben im frohen Sinn,
das war krank!"


Freundlich entschieden sagte ich: "Nein!,
sommertags goss sich dein warmer Schein
heilend in tiefe Wunden hinein,
du und dein helles Sommergesicht
rückten des Teufels Machwerk ins Licht,
meinen Dank!"

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