Heilgedichte
Loblied auf die Birke
Ich rede von der Birke,
die ewig dort schon steht
am Dorfplatz, dass sie wirke,
wo jeder täglich geht.
Sie träumt in zarten Gliedern
in kalter Winterszeit
von schönen Frühlingsliedern
und steht im Lenz bereit
zu singen in den Zweigen,
zu sprießen hell im Grün,
sich streichelnd zu verneigen
und Düfte zu versprühn.
Sie trotzt dem Sturm, dem Regen,
und steht als Vorbild stramm
und setzt dem Grau entgegen
den leuchtend weißen Stamm.
Noch Vieles kann sie geben
und hilft in manchem Fach
und lebt vergnügt ihr Leben
und strahlt im Blätterdach.
Die Blätter sind entlassen
im Herbst und tanzen fort
und stören dann als Massen
die Reinlichkeit im Ort.
Ein Kreischen, Krachen, Beben,
ein Fällertrupp ist dran,
der Eiche geht’s ans Leben.
Ich schau's betroffen an,
seh fern am Dorfplatz blinken
die Birk‘ in edler Ruh,
mir scheint, die Zweige winken
in Lebensmut mir zu.



